Prof. Dr. Axel Radlach Pries

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28.09.2018

Verbundenheit leben – Interview mit dem Dekan, Prof. Dr. Axel Radlach Pries

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Charité etabliert zentrales Alumni-Netzwerk

Die Berliner Universitätsmedizin schafft mit „Charité Alumni“ ein neues Angebot, das sich nicht nur an Ehemalige richtet, sondern an alle die sich mit der Charité verbunden fühlen. Professor Dr. Radlach Pries, Dekan der Fakultät und Vorstandsmitglied, erklärt im Interview was dahintersteckt.

Professor Pries, bislang hat sich der Alumni-Club um die Ehemaligen gekümmert. Warum etabliert die Charité nun ein neues Alumni-Netzwerk?
Der Alumni-Club der Charité wurde 2003 als externer Verein ins Leben gerufen. Sein Ziel: Eine Brücke zwischen der Fakultät mit ihren Studierenden sowie den Ehemaligen, den Alumni, zu schlagen. Dieser Zusammenschluss hat beachtenswerte Pionierarbeit geleistet und bislang als zentrale Stelle die Ehemaligen-Arbeit organisiert. Weil jedoch die Möglichkeiten in einem ehrenamtlichen Setting begrenzt sind, hat der Vorstand nun einen zukunftsweisenden Beschluss getroffen und die Etablierung eines zentralen Alumni-Netzwerks für die Charité beschlossen.

Wie wird die Alumni-Arbeit organisiert?
Mit dem Management ist die Stabsstelle Fundraising und Alumni betraut, sie übernimmt den Aufbau und die Organisation des Netzwerks. In ihm bleibt der Alumni-Club ein wichtiger Partner und ist nun mit seinen Mitgliedern und Angeboten ein Teil des zentralen Netzwerks mit dem Namen „Charité Alumni“.

An wen richtet sich Charité Alumni?
Die Charité ist von Diversität, also einer breiten Vielfalt, geprägt. Daher sollte sich der Alumni-Gedanke nicht exklusiv auf ehemalige Studierende und Wissenschaftler beschränken. Wir starten zwar zunächst mit diesen klassischen Zielgruppen, fassen den Alumni-Begriff jedoch weiter und wollen künftig all jene in das Netzwerk einbeziehen, die sich mit der Charité verbunden fühlen. Dies können beispielsweise auch Beschäftigte aus Pflege und Verwaltung sowie externe Förderer sein. Mit einem weit gefassten Alumni-Begriff berücksichtigen wir im Netzwerk viele Akteure und Identitäten mit ihren jeweils unterschiedlichen Lebens- und Karriereumständen. Das Netzwerk soll hier einen verbindenden Überbau bilden, in dem sich die interessierten Gruppen und Personen wiederfinden, organisieren oder als eigene Alumni-Gruppe gründen und wiederum untereinander im Netzwerk verbinden können.

Welche Ziele hat die Neuausrichtung der Alumni-Arbeit?
All jene die den Alumni-Gedanken unterstützen, sind zu einer lebenslangen Verbindung zur Charité eingeladen. Bei uns wirken hochqualifizierte und überdurchschnittlich engagiert Menschen. Diese Community soll aktiv als Botschafter und Experten-Netzwerk für die Charité wirken und auch untereinander vom Erfahrungs-, Wissens- und Informationsaustausch profitieren. Dafür planen wir den weltweiten Aufbau lokaler und regionaler Alumni-Gruppen. Dieses Netzwerk stärkt die Arbeit und das Renommee der Charité einerseits, vor allem aber gewährt es wechselseitige Unterstützung der Mitglieder untereinander.

Welche Angebote wird es geben?
Eine Bindung an das Alumni-Netzwerk lässt sich nur aufrechterhalten, wenn es für die Mitglieder einen Mehrwert darstellt und dem Alumnus oder der Alumna nützt. Deshalb baut die Stabsstelle für die Mitglieder in den kommenden Jahren attraktive, unterstützende Angebote auf. Diese zielen beispielsweise auf die Karriereförderung und -begleitung, etwa durch Mentoring und Weiterbildung. Außerdem wird es Vergünstigungen beim Hochschulsport, bei Kundenbindungsprogrammen und die Möglichkeit der Nutzung einer lebenslangen Alumni-E-Mail-Adresse der Charité geben. Und selbstverständlich werden Netzwerk- und Informationsangebote sowie ein Alumni-Portal, regelmäßige Alumni-Treffen, Vortragsreihen, die Präsenz in den Sozialen Medien und ein periodischer Alumni-Newsletter zentrale Bausteine bilden. 

Dies hört sich nach einem umfangreichen Plan mit einer Vision an.
Ja, die Alumni-Arbeit wird an der Charité langfristig ausgerichtet und steht unter dem Motto „Verbundenheit leben“. Diese Vision zielt auf den emotionalen Aspekt der Bindung ab: Wir sind zusammen ein Ganzes und erleben Charité als Gemeinschaft. Eine positive emotionale Bindung des Einzelnen entsteht nur durch gelebte Verbundenheit im Alltag, also beispielsweise durch gute Lehre und Vorbilder wie engagierte Professoren und Dozenten. Empathie spielt dabei eine wichtige Rolle.

Wie lässt sich das subjektive Gefühl des „Sich-gut-behandelt-Fühlens“ erreichen?
Die Alumni-Thematik ist als Aufgabenfeld der gesamten Charité zu sehen. Sie kann nicht nur durch den Vorstand oder durch die Stabsstelle Fundraising und Alumni wahrgenommen werden. Zu einem guten Gelingen tragen all jene bei, die mit potenziellen oder tatsächlichen Alumni in Kontakt kommen. Nur so lässt sich das Alumni-Netzwerk der Charité zu einer festen, unverwechselbaren Marke auf- und ausbauen. Gemeinsam können wir mehr bewegen.

Das Interview führte Torsten Schaletzke

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